Wie kommt die Mine in den Buntstift – Wie werden Buntstifte hergestellt?

Buntstifte Herstellung

Jährlich werden Milliarden Buntstifte produziert und verbraucht. Buntstifte sind nicht nur bei Kindern beliebt, sondern auch Erwachsene nutzen sie für ihre Kreativität. Kaum jemand macht sich jedoch Gedanken darüber, wie Buntstifte eigentlich hergestellt werden oder wie die Farbmine in den Farbstift kommt. Die Grundprinzipien der Buntstifte Herstellung möchte ich in diesem Beitrag erklären. Hier kommst du übrigens zu meinem großen Buntstift Set Vergleich

Woraus besteht ein Buntstift?

Grob gesehen besteht jeder Buntstift aus zwei Komponenten: der Farbmine und dem Schutzmantel. Die Farbmine setzt sich jedoch aus verschiedenen Inhaltsstoffen zusammen, welche dem Buntstift seine Eigenschaften verleihen. Je nach Hersteller oder Modellserie, gibt es unterschiedliche Inhaltsstoffe oder andere Mischungsverhältnisse.

Der Schutzmantel von Buntstiften besteht meistens aus Holz (erfahre hier welches Holz bei Buntstiften bevorzugt wird), kann aber bei einigen Modellen auch aus Kunststoff sein. Auch der Schutzmantel kann Eigenschaften aufweisen, welche sich auf die Qualität oder Handhabung der Farbstifte auswirkt. 

Die Farbmine

Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe von Farbminen entscheidet darüber, welche Farbe (Farbpigmente) der Buntstift zu Papier bringt. Es gibt aber außer der Farbe viele weitere Faktoren, welche durch die Farbmine bestimmt werden. Dazu gehören:

  • Farbintensität
  • Farbabrieb
  • Wasservermalbarkeit (Auqarellbuntstifte)
  • Minenhärte
  • Lichtbeständigkeit

Diese unterschiedlichen Eigenschaften werden durch die Inhaltsstoffe gesteuert. Dabei stellen Künstler natürlich andere Anforderungen an Buntstifte, wie zum Beispiel Kinder oder Gelegenheitsmaler. Prismacolor stellt zum Beispiel viele Künstlerfarbstifte her. 

Nicht alle verwendeten Inhaltsstoffe sind schadstofffrei, was bei den Farbstiften für Kinder besondere Aufmerksamkeit erfordert. Kinder nehmen mitunter die Buntstifte auch in den Mund oder kauen darauf herum. Besonders bei wasservermalbaren Aquarellstiften kommen häufig nicht unbedenkliche Zusatzstoffe zum Einsatz. Sie sorgen für die Wasserlöslichkeit bei den Bindemitteln. Übliche Inhaltsstoffe von Buntstiften sind:

  • Farbpigmente
  • Bindemittel (Cellulose-Derivaten)
  • Füllstoffe (zum Beispiel Kaolin)
  • Imprägniermittel (Fette und Wachse)
  • Additive für Aquarellstifte (Emulgatoren und Tenside)

Alle Inhaltsstoffe werden zu einer homogenen Masse vermischt. Bis hier ähnelt sich die Herstellung der Buntstifte bei fast allen Herstellern, egal ob Staedtler, Faber oder Herlitz. Natürlich gibt es schon je nach Hersteller Unterschiede bei den Füllstoffen, Bindemitteln oder der Rezeptur.

Der Schutzmantel

Der Schutzmantel umgibt die Farbmine und bestimmt auch, wie der Farbstift in der Hand liegt. Eine unterschiedliche Formgebung kann die Handhabung beeinflussen. So gibt es runde Farbstifte oder eckige (Dreikant oder Sechskant). Hersteller wie zum Beispiel Staedtler verbessern die Handhabung bei einigen Modellen zusätzlich noch mit Griffmulden. Für Kinder ist in den Anfängen der Malerei besonders die Dreikantform von Vorteil.

Das Material für den Schutzmantel ist in erster Linie Holz. Da unterschiedliche Holzarten auch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, kann sich auch die Qualität der Buntstifte durch den Schutzmantel verändern. Holz, welches zum Beispiel leicht splittert oder einreißt, kann sich negativ auf die Bruchfestigkeit eines Buntstiftes auswirken. Denn nach dem Anspitzen dient die Holzspitze der Farbmine als Abstützung gegen seitliche Kräfte. Ist der Holzmantel an der Spitze nicht lückenlos vorhanden, neigen die Minenspitzen zum Abbrechen (Bruchfestigkeit). Aber später werde ich genauer auf die Bruchfestigkeit bei Buntstiften eingehen, da sie auch von der Art der Produktion abhängig ist. Zudem habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass ein Verwischen der Farben aus einem Bruchsicheren Buntstift meistens um einiges besser funktioniert. Erfahre hier die häufigsten Gründe warum Buntstifte brechen.

Tipp:

Ich halte es für wichtig, dass das Holz für die Buntstifte aus zertifizierter Forstwirtschaft stammt. Nachhaltige Nutzung von Waldbeständen wird durch Siegel wie FSC oder PEFC nachgewiesen. Besonders achte ich beim Kauf von Umfangreichen Sets auf diesen Aspekt. In einem separaten Artikel verrate ich dir übrigens, wie umfangreich dein Buntstifte Set sein sollte. 

Wie wird der Buntstift hergestellt?

Ein Stück Holz und Farbmasse sind die 2 Zutaten für einen Buntstift. Zuerst wird die noch weiche Farbmasse in Blöcke geformt. Diese Blöcke werden durch eine hydraulische Presse mit entsprechenden Bohrungen gepresst. Die Durchmesser der Bohrungen entsprechen der später benötigten Minendicke. Nun werden die Stränge noch in die passende Länge zugeschnitten, bei Staedtler zum Beispiel 185 Millimeter. Nun sieht das Ergebnis schon wie Farbminen für Buntstifte aus. 

Noch sind die Minen aber weich, weswegen sie gehärtet werden. Einige Hersteller lassen die Minen an der Luft trocknen, die meisten beschleunigen den Härtungsvorgang jedoch. Dazu kommen die Farbminen in gelochte Behälter und werden ca. 8 Stunden bei 60°C bis 120°C getrocknet. Das Ergebnis ist eine harte und fertige Farbmine.

Die Produktion des Schutzmantels wird oft in einer anderen Fabrik vorgenommen. In der Regel dort, wo auch das Holz aus der Forstwirtschaft herstammt. Es werden kleine Brettchen zugeschnitten. In diese wird passend dem Durchmesser der Mine eine Nut gefräst. Die Brettchen bedecken aber nur die Hälfte der Mine. Das Gegenstück der Brettchen sieht praktisch genauso aus und wird auf das andere Brettchen mit Leim verklebt. Damit die Minen besonders bruchsicher werden, werden auch sie in die Nut der Brettchen verleimt. Das macht jedoch nicht jeder Hersteller bei jeder Modellserie.

Zum Schluss werden die fast schon fertigen Buntstifte noch lackiert und mit Aufschriften versehen. Es gibt aber auch naturbelassene Buntstifte ohne Lackierung. Das stellt sicher, dass auch keine Schadstoffe in der Lackierung stecken. Es gibt aber auch Lackierungen auf Wasserbasis. Dabei werden nur unbedenkliche Substanzen vermischt. Filzstifte (mit welchen man Steine bemalen kann) werden natürlich ganz anderes hergestellt.

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