Erklärung der Zeichentechnik – Schummern

Zeichentechnik Schummern

Schummern ist eine der Zeichentechniken, die Du in der Kunstwelt oft hören wirst. Bei dieser Technik wird die Breitseite des Bleistifts verwendet, um eine Fläche in einer Zeichnung zu schattieren. In diesem Artikel werde ich Dir das Konzept des Schummerns und den Unterschied zu den anderen Zeichentechniken erklären.   

Was ist Schummern?

Als eine der bekanntesten und grundlegendsten Zeichentechniken fügt Schummern Deiner Zeichnung weiche Farbverläufe und interessante Kontraste hinzu. Hierbei wird die Breitseite des Bleistifts oder eines anderen Zeichengerätes verwendet, um die Zeichnung zu schattieren. Dazu hältst Du den Bleistift so flach wie möglich und bewegst ihn in kreisenden oder senkrechten Bewegungen über die zu schattierende Fläche. Das Ganze funktioniert auch bei hochwertigen Buntstiften. Je weicher Dein Bleistift ist, desto einfacher ist es, Deine Bleistiftzeichnung zu schattieren. Darüber hinaus bestimmt der von Dir ausgeübte Druck, wie dunkel oder hell die Tonwerte werden. Wenn Du mehr Druck ausübst, erhältst Du dunklere Tonwerte, während hellere Tonwerte mit weniger Druck erzeugt werden können. Um die Farbtöne weicher zu gestalten, kann die Verwischen-Technik verwendet werden. Reibe einfach mit dem Finger oder einem Papierwischer wie Estompe auf der geschummerten Fläche. Du wirst sehen, wie sich der Farbton ausgleicht und Grafit oder Kohl auf dem Zeichenpapier verteilt wird. Darüber hinaus funktioniert Schummern auch gut mit Bleistiften, Kohlestiften, Farbstiften und Pastellkreiden. Für Tuschezeichnungen eignet sich diese Zeichentechnik jedoch nicht.

Du willst von deinen Buntstiften möglichst lange etwas haben? Dann informiere dich hier über die besten Buntstift Pflegetipps.

Was ist der Unterschied zwischen Schummern, Schraffieren, Lavieren und Verwischen? 

Schummern, Schraffieren, Lavieren und Verwischen sind vier der grundlegenden Zeichentechniken, die Du für das Zeichnen, Schattieren und Malen lernen solltest. Auch auf das Anfertigen von Tuschezeichnungen gehen wir ein. Obwohl sie sich sehr voneinander unterscheiden, ist es für Anfänger leicht, sie zu verwechseln. Um Dir dabei zu helfen, sie auseinanderzuhalten, habe ich hier eine kurze Zusammenfassung zu den einzelnen Zeichentechniken geschrieben: 

Schraffieren:

Beim Schraffieren werden parallele Linien in die Schattenbereiche einer Zeichnung gezeichnet. Die gebräuchlichsten Zeichengeräte für das Schraffieren sind Bleistifte, Kohle und Tusche. Je mehr Schraffuren Du erstellst und je näher sie beieinander liegen, desto dunkler sind die Tonwerte. Darüber hinaus kombinieren Künstler meist Schraffuren mit Kreuzschraffuren, um ihren Zeichnungen mehr Tiefe zu verleihen. Kreuzschraffuren sind eine weitere Reihe von Linienzeichnungen, die in eine andere Richtung gehen und über die schraffierte Fläche gezeichnet werden. Sie lassen Deine Schatten voller aussehen, was Deiner Tuschezeichnung oder Bleistiftzeichnung eine andere Dimension verleiht. Bei den Schraffuren gibt es keine strengen Regeln. Die Linien können lang, kurz, gerade, diagonal oder kurvig sein, je nachdem, wie Du sie haben möchtest. 

Schummern:

Diese Zeichentechnik ist eine einfache Möglichkeit, weichere Verläufe in einer Bleistiftzeichnung zu erzeugen. Um die gewünschte Fläche zu schattieren oder einzufärben, solltest Du die Breitseite Deines Bleistifts verwenden und den Stift dann leicht flach halten. Danach kannst Du ihn über die Fläche, die Du schattieren möchtest, bewegen. Die Tonwerte können sich abhängig von einigen Faktoren ändern: der Art des verwendeten Zeichengeräts und Zeichenpapiers, dem Winkel, in dem Du den Bleistift oder die Kohlenstifte hältst und dem Druck, den Du ausübst. Denke daran, dass beim Schummern die Papierstruktur nach dem Farbauftrag sehr sichtbar wird. Daher spielt das Zeichenpapier eine sehr wichtige Rolle bei der Anwendung dieser Zeichentechnik. Hinzu kommt, dass Bleistifte, Kohlestifte und Pastellkreiden gut für das Schummern funktionieren, während Du Tusche hierfür nicht einsetzen kannst.    

Schummern lässt sich sehr gut mit den Polychromos Stiften von Faber Castell umsetzen. Außerdem macht es bei Anfängern Sinn sich Buntstifte mit Noppen zu kaufen – da diese besser in der Hand liegen.

Verwischen:

Künstler gehen oft nach dem Schummern oder Schraffieren zum Verwischen über (informiere dich hier über das passende Zeichen und Malzubehör für Künstler). Diese Zeichentechnik ermöglicht es Dir, einen gleichmäßigen Farbton in Deiner Bleistiftzeichnung zu erzeugen. Verwischen ist besonders nützlich, wenn Du eine fotorealistische Zeichnung erstellen willst. Das ist etwas, was Du mit Schraffuren und Kreuzschraffuren nicht erreichen kannst. Für das Verwischen empfehle ich Dir mit Bleistiften, Kohlestiften und Farbstiften zu hantieren. Das Verwischen von Schattierungen ist einfach. Du kannst mit dem Finger oder einem Papierwischer wie Estompe über Deine Schraffuren oder geschummerte Fläche reiben, um einen gleichmäßigeren Farbton zu erzeugen. Ebenso kannst Du einen Radierstift verwenden, um einen Lichteffekt in Deiner Zeichnung herbeizuführen. Obwohl es in der Theorie einfach erscheint, kann eine falsche Herangehensweise Deine Zeichnung unordentlich und schmutzig aussehen lassen. 

Lavieren oder Lavierung:

Während Schraffieren, Schummern und Verwischen meist für Bleistiftzeichnungen verwendet werden, ist das Lavieren für die Schattierungen und Tönungen mit flüssigen Zeichenmitteln bekannt. Mit dieser Zeichentechnik kannst Du Verläufe und gleichmäßige Farbflächen in Deiner Aquarell-, Acryl- oder Tuschezeichnung erzeugen. Eine Möglichkeit, Lavierungen zu verwenden, besteht darin, eine starke Farbpigmentierung auf das Papier aufzutragen und es dann zu bemalen oder mit Wasser auszuwaschen. Du wirst feststellen, dass die Konzentration der Farbe sinkt, wenn Du sie mit Wasser verteilst. Dadurch entsteht ein Verlaufseffekt (von dunklen Tonwerten zu hellen), den viele Künstler für die Hintergründe ihrer Aquarelle verwenden. Lavierungen wurden auch in vielen ostasiatischen Ländern verwendet, um Schatten in ihren Tuschezeichnungen zu erzeugen.  

Welche Materialien benötigst Du beim Schummern? 

Um das Schummern zu üben, benötigst Du nicht viele Materialien. Normalerweise reichen ein gutes Buntstift Papier und ein Bleistift aus. Wenn Du es jedoch für Deine Kunstwerke verwenden willst, erleichtern Dir die richtigen Materialien den Prozess erheblich. 

Zeichengeräte:

Wie ich oben schon sagte, passen viele Zeichengeräte gut zum Schummern. Kohlestifte und Pastellkreide lassen sich besonders leicht auf ein Zeichenpapier auftragen, da sie weicher sind. Sie erzeugen dunklere Tonwerte, auch ohne große Druckeinwirkung. Wenn Du jedoch Bleistifte verwenden willst, musst Du ihre Härtegrade beachten. Es gibt einen Grund, warum Du ein B oder ein H auf Deinen Bleistiften findest. H entspricht hartem Grafit, während B für fetten, aber weicheren Grafit steht. Für das Schummern empfehle ich die Verwendung von Bleistiften mit Härtegrad B. Sie helfen Dir, den richtigen Tonwert zu finden, der einen lebendigen Effekt in Deiner Zeichnung erzeugt. Für einige leichte Schattierungen und Umrisse empfehle ich die Verwendung der Bleistifte H oder HB. Sie haben zwar nicht den dunkleren Tonwert der weichen Bleistifte, sind aber sehr spitz und können saubere Linienzeichnungen erzeugen. 

Tipp: Mit Glitzerbuntstiften kannst du noch mehr Abwechslung in deine Kunstwerke miteinbringen.

Zeichenpapier:

Das Papier, das Du verwendest, spielt beim Schummern ebenso eine Rolle. Der Grund dafür ist, dass die Papierstruktur nach dem Farbauftrag sichtbar wird. Generell gibt es zwei Arten von Papieren, aus denen Du wählen kannst: glatt und rau. Ein glattes Zeichenpapier hat keine Spitzen (Grate). Das macht gleichmäßige und subtile Schattierungen schwierig. Raue Papiere hingegen haben fein- bis grobkörnige Oberflächen. Sie ergeben einen größeren Tonwertebereich, der gleichmäßiger aufgetragen werden kann. Deshalb ist für Schummern das raue Zeichenpapier besser geeignet als das glatte. 

Papierwischer:

Ein Papierwischer ist im Grunde genommen ein gepresstes oder gewickeltes Stück Papier. Es dient dazu, Schraffuren und geschummerte Flächen zu verwischen, um einen gleichmäßigen Farbton und glatte Umrisse zu erzeugen. Eine der häufigsten Arten von Papierwischern ist die Estompe. Es gibt sie als Stäbchen aus eng gerolltem, weichem Papier. Estompe wird verwendet, um Grafit, Kohle und andere Materialien zu mischen oder zu verwischen. Im Vergleich zu einem Finger oder Wattestäbchen ermöglicht eine Estompe eine bessere Kontrolle beim Verwischen. Sie eignet sich auch sehr gut zum Mischen großer und kleiner Bereiche in der Zeichnung. Wenn Du keine Estompe besitzt, kannst Du Deinen Finger oder einen Q-tip verwenden. Dies funktioniert zwar, führt jedoch nicht zu gleichwertigen Resultaten wie mit Estompe. Außerdem solltest Du vorsichtig sein, wenn Du Deine Finger zum Verwischen verwendest. Da der Grafit an Deinen Fingern klebt, könntest Du es versehentlich auf Deinem Zeichenpapier verschmieren und Deine Zeichnung unsauber erscheinen lassen. 

Fazit

Die Technik des Schummerns ist eine der einfachsten und am häufigsten verwendeten Zeichentechniken in der Welt der Kunst. Obwohl sie nicht für Tuschezeichnungen anwendbar ist, kann das Schummern alle Kohlezeichnungen und Bleistiftzeichnungen lebendiger wirken lassen. Sie fügt eine weitere Dimension hinzu, die den Blick eines jeden Betrachters fesselt. In Kombination mit dem Verwischen schafft das Schummern auch fotorealistische Zeichnungen, die Du mit Schraffuren und Kreuzschraffuren nicht erreichen kannst. Um die volle Wirkung der Technik zu entfalten, solltest Du die richtigen Materialien, insbesondere die Estompe verwenden. Sie gibt Dir eine bessere Kontrolle beim Verwischen und ermöglicht es Dir, kleine Flächen wie Umrisse zu glätten. Darüber hinaus solltest Du Dir auch täglich Zeit zum Üben nehmen. Selbst wenn Du die richtigen Materialien hast, werden Deine zeichnerischen Fähigkeiten über das Ergebnis entscheiden. Zusammengefasst kann Schummern Deine Zeichnung lebendiger und auffälliger wirken lassen. Bei der falschen Anwendung kann es jedoch dazu führen, dass Deine Zeichnung unsauber oder leblos wirkt. Versuche dich deswegen erst einmal an einfachen Motiven. Hier ist eine Übersicht der besten Zeichen- und Malideen für Anfänger.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*