Wann wurden Buntstifte erfunden?

Wann wurde der Buntstift erfunden?

Jeder hat bestimmt schon einmal einen Buntstift benutzt und viele nutzen sie tagtäglich. Doch wann und von wem sie eigentlich erfunden wurden, wissen nur die wenigsten. Erste farbige Stifte gab es um 1821 und basierten auf der handwerklichen Herstellung holzgefasster Bleistifte. Als Röthel- und Pastellstifte boten sie jedoch eine sehr eingeschränkte Farbwahl an. Es gab nur ein helles, dunkles und violettes Rot sowie ein Rotbraun. Wenn du dich jedoch über die aktuelle Buntstift Sets informieren möchtest, kann ich dir nur raten mal bei unserem großen Buntstift Vergleich vorbeizuschauen.

Farbstifte auf Ölkreidebasis

Neben der bescheidenen Farbauswahl der sogenannten „farbigen Bleistiftminen“, hatten die ersten Farbstifte noch weitere Nachteile. Dazu gehörte zum Beispiel eine stumpfe Minenspitze. Die damaligen Farbminen waren sehr brüchig, was kein Anspitzen bis zu einer spitzen Mine zuließ. Deswegen waren sie auch nur zum Malen und nicht zum Schreiben oder zeichnen feiner Linien geeignet.

Erst die Farbstifte auf Ölkreidebasis änderten dies, was wir 1834 Johann Sebastian Staedtler zu verdanken haben. Erste Versuche gab es bereits von anderer Seite 1821 durch die Brüder Joel aus Paris. Ihre farbigen Bleistiftminen konnten sich jedoch unter anderem wegen der gesundheitlichen Risiken der Inhaltsstoffe nicht in der handwerklichen und industriellen Produktion durchsetzen. Johann Sebastian Staedtler hatte nach zahlreichen Versuchen eine Methode erfunden, Ölkreideminen in verschiedenen Farben herzustellen. Sein erster Buntstift war ein roter holzgefasster Stift, der sich genauso wie die damaligen Bleistiftminen spitz zuspitzen ließ. Die Farbminen hatten eine gleichmäßige Farbigkeit und waren nicht mehr so porös wie die Röthelstifte. Durch die Härte der Minen, konnte nun mit Buntstiften auch feine Linien gezeichnet werden und sie eigneten sich auch zum Schreiben.

Die beiden technologischen Schritte zum heutigen Buntstift

Johann Sebastian Staedtler verwendete ein mehrstufiges Herstellungsverfahren für seine holzgefassten Buntstifte. Zunächst wurden Farbpigmente mit Bindemittel vermischt. Diese wurden dann mehrmals gemahlen, bis sie eine sehr feine Körnung aufwiesen. Danach kamen sie in eine Presse und anschließend zum Aushärten in einen Ofen.

In der zweiten Herstellungsstufe erhielten die getrockneten Farbminen von Staedtler eine Imprägnation aus Wachs. Das mehrstufige Herstellungsverfahren und die Wachsimprägnation sind die beiden technologischen Schritte, welche die verschiedenfarbigen Buntstifte ermöglichten. Im Grundprinzip werden selbst heute noch Buntstifte auf diese Weise hergestellt. Erfahre in diesem Artikel mehr über die aktuelle Herstellung von Buntstiften.

Wer war Johann Sebastian Staedtler?

Johann Sebastian Staedtler gilt als Erfinder des Buntstiftes auf Ölkreide-Basis. Am 3. Oktober 1835 gründete Johann Sebastian Staedtler eine Fabrik zur Herstellung holzgefasster Bleistifte. Schon 1662 war sein Vorfahre Friedrich Staedtler in den Büchern der Stadt Nürnberg urkundlich als „Bleiweistiftmacher“ urkundlich erwähnt. Bei seinem Vater Paulus Staedtler (Bleistiftmacher) hatte Johann Sebastian Staedtler Gelegenheit, viele Kenntnisse zur handwerklichen Bleistiftherstellung zu sammeln. Diese übertrug er in die industrielle Fertigung von Blei- und Buntstiften. 

Mit seiner 1835 gegründeten Fabrik war Johann Sebastian Staedtler bereits 1840 in der Lage, über 50 unterschiedliche Bleistiftsorten herzustellen. Ab 1856 umfasste das Angebot zudem Zedernholzstifte in runder und sechseckiger Form mit jeweils 48 unterschiedlichen Farben. Eine Jahresproduktion von über 2 Millionen Stifte wurde 1866 erreicht.

Nach Expansionen im Ausland (New York, London und Osaka) in den 20-er Jahren zählt das Unternehmen Staedtler (Staedtler Mars GmbH & Co. KG) heute zu den ältesten Industrieunternehmen in Deutschland. Staedtler ist europaweit der größte Hersteller von Blei- und Farbstiften. Zwischenzeitlich (1978) hatte Staedtler sogar das Unternehmen seines größten Konkurrenten Eberhard Faber übernommen, welches jedoch inzwischen wieder im Besitz von Faber Castell ist.

Buntstifte von Staedtler heute

Auch wenn das Grundkonzept der Buntstifte von damals geblieben ist, hat sich viel bei Staedtler geändert. Umweltschonende und nachhaltige Rohstoffe und Herstellungsverfahren sind das Credo von den 2.200 Mitarbeitern in Europa. So stammt zum Beispiel das Holz für die hölzernen Schutzmäntel der Blei und Buntstifte aus FSC- und PEFC-zertifizierter Waldwirtschaft. Für kindgerechte Buntstifte hält Staedtler die strengen Auflagen der DIN EN-71 Norm ein. So werden Farbpigmente, Wachse und Bindemittel möglichst schadstofffrei hergestellt. Viele Innovationen hat Staedtler zur Beachtung ökologischer Kriterien hervorgebracht, wie zum Beispiel WOPEX, ABS oder Drysafe.

Weltweit gibt es 10 Produktionsstätten und 24 Niederlassungen von Staedtler. Die Bleistifte und Buntstifte werden in über 150 Ländern vertrieben. Die Produktpalette erweitert sich stets immer mehr. Unter anderem sind folgende Produkte von Staedtler erhältlich:

  • Bleistifte
  • Radiergummis
  • Anspitzer
  • Druckbleistifte und Fallminenstifte
  • Feinminen
  • Buntstifte
  • Filzstifte
  • Feinliner
  • Kreide 
  • Malfarben
  • Textmarker
  • Folienstifte
  • Whiteboard Marker
  • Kugelschreiber 
  • Tintenroller
  • Füller
  • Tuschezeichner
  • Künstler-Farbstifte
  • Künstler-Bleistifte
  • Acrylfarben und Aquarellfarben

Und noch vieles mehr.

Fazit zu dem Erfinder der Buntstifte auf Ölkreide-Basis

Staedtler hat nicht nur den Buntstift erfunden, sondern ist auch gegenwärtig einer der führenden Produzenten von Blei- und Buntstiften. In meinen Tests zu Buntstiften ist auch Staedtler fast immer vertreten und weist durch ein gutes Preis- Leistungsverhältnis zu überzeugen. Auch in Vergleichen mit Buntstiften weisen die Farbstifte von Staedtler oft der Konkurrenz überlegene Eigenschaften auf. Es gibt auch bei den Minen der Bleistifte wie auch der Buntstifte die Auswahlmöglichkeit, weiche oder harte Minen auszuwählen. Staedtler deckt den Bedarf an Buntstiften für Kinder, Anfänger, Fortgeschrittene und sogar Künstler ab. Allerdings gehören die Buntstifte von Staedtler nicht zu den billigsten in meinen Tests mit Buntstiften.

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1 Kommentar

  1. Hallo Olaf,

    endlich ein ausführlicher und angenehm zu lesender Artikel über die Erfindung von Buntstiften! Gefällt mir wirklich gut, danke dafür!

    Ich wusste gar nicht, dass Staedtler die Markenrechte von Eberhard Faber für Europa einige Zeit in Besitz hatte. Sehr interessant!

    Weißt du zufällig auch, wieso Staedtler seinen größten Konkurrenten übernahm und anschließend wieder an die Gründerfamilie verkaufte? Steckte eine Strategie dahinter? Oder ging es erst nur um die Marktmacht und anschließend darum, konkurrenzfähig zu bleiben?

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