Was sind Polychromos Buntstifte?

Was sind Polychromos Buntstifte?

Von Faber Castell gibt es eine Buntstiftserie mit der Bezeichnung „Polychromos“. Auffällig ist auch für den Malanfänger der relativ hohe Preis dieser Buntstifte. Was ist der Unterschied zwischen den Polychromos zu anderen Buntstiften, damit der höhere Preis gerechtfertigt ist? Dieser Beitrag wird das „Geheimnis“ lüften und erklären, für wen oder wozu die Polychromos Buntstifte geeignet sind. Dabei fließen auch meine eigenen Erfahrungen aus vielen Buntstifte Tests mit ein.

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Polychromos 36 Etui von Faber Castell
Zwar sind Polychromos Buntstifte teurer als herkömmliche Buntstifte, dafür haben sie allerdings auch eine herausragende Qualität. Meiner Meinung nach ein Muss für jeden professionellen Künstler!

Künstlerfarbstifte auch höchstem Niveau

Künstler erschaffen Werke, welche einzigartig sind. Dazu benötigen sie das richtige „Werkzeug“ – bei Malern sind es die Künstlerfarbstifte und besondere Untergründe wie Leinwände. Genau hier ist das Klientel für die Polychromos Buntstifte zu finden, welche im Unterschied zu normalen Buntstiften (wachsbasierte Buntstifte) auf Ölkreide basieren. 

Das bringt für Künstler einige wichtige Eigenschaften mit, welche für den Malanfänger auch nachteilig sein können. Künstler nutzen hochwertige Künstlerfarbstifte zum Beispiel für Zeichnungen bzw. technische Zeichnungen, Illustrationen, Comics oder Animationen. Was jedoch zeichnet die Faber Castell Polychromos Buntstifte im Unterschied zu anderen Buntstiften aus?

Wasserfestigkeit

Viele Hobbymaler besitzen Buntstifte, welche verschiedene Zeichentechniken erlauben. Sehr beliebt sind Aquarellstifte, da sich mit ihnen trocken und nass malen lässt. Allerdings müssen erstellte Bilder dann auch sorgfältig vor Feuchtigkeit geschützt werden, da der Farbauftrag auch nach dem Trocknen wasserlöslich bleibt. Profis versiegeln ihre Bilder deswegen nach der Fertigstellung, zum Beispiel mit „Fixativ“. Diese Versieglung ist bei den ölbasierten Polychromos nicht nötig.

Die Beständigkeit der Farbauftragung bei Polychromos Künstlerfarbstifte ist von Künstlern gewünscht. Sie haben meistens schon bei Beginn des Projektes konkrete Vorstellungen. Hobbymaler probieren sich noch gerne selbst aus und testen sich an verschiedenen Zeichentechniken. Sie greifen lieber zu Pastellstiften, welche sich gut verwischen lassen. Im Unterschied zu den üblichen Farbstiften, sind jedoch die Polychromos Buntstifte wisch- und wasserfest. Bis auf die Wischtechnik (siehe dazu meinen Tipp), sind die Künstlerfarbstifte für viele Zeichentechniken hervorragend geeignet, zum Beispiel zum:

  • um Farben ineinander zu vermalen
  • zum Schraffieren
  • zum Schummern
  • exakte Farbverläufe zu malen
  • geschlossene Farbflächen auszumalen
  • Hell-Dunkelverläufe herauszuarbeiten

Tipp: Künstler kennen jedoch einen Trick, wodurch sich auch die ölbasierten Polychromos Buntstifte verwischen lassen. Pflanzenöl oder Aceton und Terpentin, heben die Verwischbarkeit der Polychromos Künstlerfarbstifte auf. Somit kann auch mit den Künstlerstiften laviert werden, die eine ölbasierte Farbmine besitzen. Das gilt natürlich auch für andere Künstlerstifte, wie zum Beispiel Polycolors oder Prismacolor. Außerdem sind die Stifte unter anderem für das Bemalen von schwarzem Papier geeignet.

Farbmine der Polychromos

Obwohl ölbasierte Künstlerstifte sonst härtere Farbminen als wachsbasierte Buntstifte haben, trifft das im Unterschied zu den Polychromos Buntstiften nicht zu. Die Farbmine ist relativ weich, erzeugt aber trotzdem einen härteren Farbabstrich als zum Beispiel Aquarellstifte. Hier erfährst du übrigens auch, was Aquarellstifte eigentlich sind!

Oft lassen sich weiche Farbminen nicht spitz genug anspitzen. Die Farbmine der Polychromos stellt dazu einen Kompromiss dar. Sie lassen sich zwar nicht so gut wie harte Minen anspitzen, aber immer noch besser als weiche wachsbasierte Farbminen. Allerdings sollte auch ein guter Anspitzer zur Verfügung stehen. Die Künstlerfarbstifte von Faber Castell zeigen auch eine bessere Bruchfestigkeit als zum Beispiel die deutlich günstigeren Polycolors.

Direkt ins Auge springt nicht nur dem Künstler, die Farbbrillanz der Farbauftragung. Hier zeigt sich das die Farbmine über sehr feine und hochwertige Farbpigmente verfügt. Am besten kommt das zur Geltung, wenn strukturiertes Künstlerpapier zum Beispiel von Hahnemühle oder Dana verwendet wird.

Achte bei deiner Kaufentscheidung immer darauf auf schadstofffreie Stifte zurückzugreifen.

Lichtechtheit der Polychromos Buntstifte

Werden Bilder älter, verändern sich häufig die Farben. Durch Lichteinfall oder Sonnenbestrahlung, findet bei den Farben eine Oberflächenzersetzung statt. In der Regel wird der Farbton immer blasser und die Farbbrillanz geht verloren.

Die Polychromos machen unter den Buntstiften den Unterschied aus, dass die Farben gegen Sonnenlicht (UV-Strahlung) geschützt sind. Damit ist eine sehr gute Lichtechtheit gegeben, ohne das Bild einem besonderen Finish unterziehen zu müssen. Das Problem der Lichtechtheit ist auch bei alten Gemälden bekannt, weswegen die Originale häufig nicht mit Blitzlicht fotografiert werden dürfen. Zu damaligen Malerzeiten waren noch keine Farben für die Lichtbeständigkeit ausgelegt.

Vermalbarkeit und Deckkraft von Polychromos Künstlerstiften

Die Deckkraft der Polychromos ist so gut, dass sogar auf schwarze Untergründe gemalt werden kann. Trotzdem zeigen die Farben eine leuchtende Farbbrillanz. Ebenfalls den sehr guten Farbpigmenten ist es zu verdanken, dass die Farben sehr gut vermalbar sind. Das ist oft bei wachsbasierten Buntstiften nicht der Fall. Auch im Unterschied zu anderen Künstlerstiften wie die Polycolors, sind die Polychromos Buntstifte besser zu vermalen. 

So lassen sich auch die Farben gut ineinander vermalen oder auch übermalen, sofern nur die Polychromos an dem Kunstwerk beteiligt sind. Wird zusätzlich mit normalen Buntstiften oder Pastellstiften gemalt, lassen sich die Polychromos damit nicht mehr sehr gut vermalen. Andere Künstlerstifte oder Buntstifte eignen sich besser für eine Kombination verschiedener Buntstiftarten.

Tipp: Um die besten Malergebnisse zu garantieren, solltest du ein hochwertiges Papier für Buntstifte benutzen.

Meine Testerfahrung mit den Polychromos Künstlerstiften 

Obwohl ich mich nicht als Künstler bezeichnen kann, fallen die Vorzüge der leider etwas teuren Polychromos mir sofort ins Auge. Im Unterschied zu normalen Buntstiften, lässt sich mit den Polychromos viel perfektionierten malen oder zeichnen. Ich habe mir anfangs das kleinste Polychromos Set mit nur 12 Farben gekauft. 

Inzwischen habe ich mir jedoch ein weiteres Set dieser Künstlerstifte mit 36 Farben zugelegt. Da ich gerne verschiedene Farben vermale, sind diese beiden Buntstifte Sets sehr häufig bei mir im Einsatz. Es ist zudem ein gutes Gefühl, das die fertigen Bilder eine sehr gute Lichtbeständigkeit beweisen. So muss ich mir keine Sorgen machen, dass meine Werke in einigen Jahren unansehnlich werden.

Faber empfiehlt eine Altersgrenze ab 12 Jahren. Somit kommen nur meine bereits älteren Kinder in den Genuss dieser tollen Künstlerfarbstifte, weil sie ölbasiert sind (erfahre hier, welches Alter für die ersten Buntstifte ideal ist). Wegen des hohen Preises achte ich jedoch darauf, dass sie sorgfältig mit den Malstiften umgehen. 

Wem 36 verschiedene Farben nicht ganz ausreichen, findet auch noch größere Sets bei Faber Castell. Das größte Set bietet 120 verschiedene Farben, es gibt aber auch noch Sets mit 24, 60, oder 72 Stück. Wegen dem hohen Preis empfehle ich, genau wie ich erst einmal mit einem 12-er Set zu beginnen.

Als günstigere Alternativen, wenn der Farbstift ölbasiert sein soll, gibt es noch die Polycolors von KOH-I-NOOR. Aber in Vergleichen mit den beiden Buntstifte Sets, sind die Polycolors eindeutig überlegen. Wer sich erst einmal mit einfacheren Malstiften begnügen will, dem kann ich die Pastellstifte von Faber Castell ans Herz legen. Aber auch sie haben ihren Preis.

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